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Gedichte/Geschichten
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ClaudiaP



Anmeldungsdatum: 22.11.2005
Beiträge: 1519
Wohnort: Duisburg

BeitragVerfasst am: 18.02.2008, 17:48    Titel: Gedichte/Geschichten Antworten mit Zitat

Hallo!

Wer mag, ann hier gerne Gedichte oder Geschichten einstellen.

LG Claudia mit Felicitas im Herzen
_________________
Felicitas *01.09.2004 - +02.04.2007 (Herzversagen während der Behandlung einer Lungenentzündung auf der ITS)
Norwood I am 08.09.04 und Norwood II am 22.02.05 in Duisburg, sowie Ptosis-OP am 27.11.06 in Trier
Kieran *07.12.2007 kerngesund
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Kaywan



Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 6446
Wohnort: Kassel

BeitragVerfasst am: 18.02.2008, 21:45    Titel: Die Geschichte einer Mutter Antworten mit Zitat

Die Geschichte von einer Mutter
von Hans Christian Andersen

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Eine Mutter saß bei ihrem kleinen Kinde. Sie war so betrübt und hatte so große Angst, daß es sterben würde. Es war so bleich; die kleinen Augen hatten sich geschlossen. Der Atem ging ganz leise, nur mitunter tat es einen tiefen Zug gleich einem Seufzer, und die Mutter blickte immer sorgenvoller auf das kleine Wesen.

Da klopfte es an die Tür, und herein kam ein armer, alter Mann, der, wie es schien, in eine große Pferdedecke gehüllt war; denn die wärmt, und das tat ihm not; es war ja kalter Winter. Draußen lag alles mit Eis und Schnee bedeckt, und der Wind blies, daß es einem ins Gesicht schnitt.

Da der alte Mann vor Kälte zitterte und das kleine Kind einen Augenblick schlief, ging die Mutter hin und setzte Bier in einem kleinen Topfe in den Kachelofen, um es für ihn zu wärmen. Der alte Mann saß und wiegte das Kind, und die Mutter setzte sich dicht neben ihn auf einen Stuhl, schaute auf ihr krankes Kind, das so tief Atem holte, und hob die kleine Hand empor.

“Glaubst Du nicht, daß ich es behalte?” fragte sie. “Der liebe Gott wird es mir nicht nehmen!”

Und der alte Mann – es war der Tod selbst – nickte so sonderbar, es konnte ebensogut ja wie nein bedeuten. Und die Mutter sah in ihren Schoß nieder und die Tränen liefen ihr über ihre Wangen. Das Haupt wurde ihr schwer, drei Tage und drei Nächte hatte sie ihre Augen nicht geschlossen, und nun schlief sie. Aber nur einen Augenblick; dann fuhr sie auf und zitterte vor Kälte: “Was ist das?” fragte sie und sah sich nach allen Seiten um. Aber der alte Mann war fort, und ihr kleines Kind war fort; er hatte es mit sich genommen. Hinten in der Ecke schnurrte und schnurrte die alte Uhr; das große Bleigewicht lief bis zum Fußboden hinab, bum und da stand auch die Uhr still.

Aber die arme Mutter lief zum Hause hinaus und rief nach ihrem Kinde.

Draußen, mitten im Schnee, saß eine Frau in langen, schwarzen Kleidern und sprach: “Der Tod ist in Deiner Stube gewesen; ich sah ihn mit Deinem kleinen Kinde davoneilen. Er geht schneller als der Wind, er bringt niemals zurück, was er genommen hat.”

“Sage mir nur, welchen Weg er gegangen ist” sagte die Mutter. “Sag mir den Weg, dann werde ich ihn finden!”

“Ich weiß ihn” sagte die Frau in den schwarzen Kleidern; “aber ehe ich ihn Dir sage, mußt Du mir erst alle die Lieder singen, die Du Deinem Kinde vor gesungen hast. Ich liebe sie; ich habe sie schon früher gehört. Ich bin die Nacht und sah Deine Tränen, als Du sie sangst.”

“Ich will sie singen, alle, aller” sagte die Mutter, “aber halt mich nicht auf, daß ich ihn einholen kann und mein Kind wiederfinde!”

Aber die Nacht saß stumm und still. Da rang die Mutter ihre Hände, sang und weinte, und es waren viele Lieder, aber noch mehr Tränen; und dann sagte die Nacht: “Geh nach rechts in den dunkeln Tannenwald, dorthin sah ich den Tod mit Deinem kleinen Kinde den Weg nehmen!”

Tief im Walde kreuzten sich die Wege, und sie wußte nicht, wo entlang sie gehen sollte. Da stand ein Dornenbusch, der hatte weder Blätter noch Blüten. Es war ja auch kalte Winterszeit, und Eiszapfen hingen an den Zweigen.

“Hast Du nicht den Tod mit meinem kleinen Kinde vorbeigehen sehen?”

“Ja,” sagte der Dornenbusch, “aber ich sage Dir nicht, welchen Weg er eingeschlagen hat, wenn Du mich nicht vorher an Deinem Herzen aufwärmen willst. Ich friere sonst tot und werde ganz und gar zu Eis.”

Und sie drückte den Dornenbusch an ihre Brust, so fest, er sollte ja gut aufgewärmt werden. Und die Dornen drangen tief in ihr Fleisch, und ihr Blut floß in großen Tropfen. Aber der Dornenbusch trieb frische, grüne Blätter und bekam Blüten in der kalten Winternacht. So warm war es an dem Herzen der betrübten Mutter. Und der Dornenbusch sagte ihr den Weg, den sie gehen mußte.

Da kam sie an einen großen See, auf dem weder Schiff noch Boot war. Der See war noch nicht fest genug zugefroren, daß er sie hätte tragen können, und auch nicht offen und seicht genug, daß sie ihn hätte durchwaten können. Und hinüber mußte sie doch, wollte sie ihr Kind finden. Da legte sie sich nieder, um den See auszutrinken. Das war ja unmöglich für einen Menschen. Aber die betrübte Mutter dachte, daß doch vielleicht ein Wunder geschehen würde.

“Nein, das geht nicht” sagte der See. “Laß uns beide lieber sehen, daß wir uns einigen. Ich liebe es, Perlen zu sammeln, und Deine Augen sind die zwei klarsten, die ich je gesehen habe. Willst Du sie für mich ausweinen, dann will ich Dich zu dem großen Treibhaus hinüber tragen, wo der Tod wohnt und Blumen und Bäume pflegt. Jedes von ihnen ist ein Menschenleben.”

“O, was gäbe ich nicht, um zu meinem Kinde zu kommen!” sagte die vergrämte Mutter. Nun weinte sie noch mehr, und ihre Augen sanken nieder auf den Grund des Sees und wurden zwei kostbare Perlen. Der See aber hob die Mutter empor, als säße sie in einer Schaukel, und sie flog in einer einzigen Schwingung an die Küste auf der anderen Seite, wo ein meilenbreites, seltsames Haus stand. Man wußte nicht, war es ein Berg mit Wäldern und Höhlen, oder war es gezimmert. Aber die arme Mutter konnte es nicht sehen; sie hatte ja ihre Augen ausgeweint.

“Wo soll ich den Tod finden, der mit meinem kleinen Kinde fortgegangen ist” sagte sie.

“Er ist noch nicht gekommen!” sagte die alte Frau, die da ging und auf das große Treibhaus des Todes aufpassen sollte. “Wie hast Du hierherfinden können, und wer hat Dir geholfen?”

“Der liebe Gott hat mir geholfen!” sagte sie, “er ist barmherzig, und das wirst Du auch sein. Wo kann ich mein kleines Kind finden?”

“Ja, ich kenne es nicht,” sagte die Frau, “und Du kannst ja nicht sehen. – Viele Blumen und Bäume sind heute Nacht verwelkt. Der Tod wird gleich kommen und sie umpflanzen! Du weißt wohl, daß jeder Mensch seinen Lebensbaum hat oder seine Blume, je nachdem er nun beschaffen ist. Sie sehen aus wie andere Gewächse auch, aber sie haben Herzen, die schlagen. Kinderherzen können auch schlagen! Horche danach, vielleicht kannst Du den Herzschlag Deines Kindes erkennen. Aber was gibst Du mir, wenn ich Dir sage, was Du noch mehr tun mußt?”

“Ich habe nichts mehr zu geben,” sagte die betrübte Mutter. “Aber ich will für Dich bis ans Ende der Welt gehen.”

“Ja, da habe ich nichts zu suchen!” sagte die Frau, “aber Du kannst mir Dein langes, schwarzes Haar geben. Du weißt wohl selbst, daß es schön ist, und mir gefällt es. Du sollst mein weißes dafür haben, das ist doch immer etwas.”

“Verlangst Du nicht mehr?” sagte sie. “Das gebe ich Dir mit Freuden.” Und sie gab ihr schönes Haar und bekam das schneeweiße der Alten dafür.

Dann gingen sie in das große Treibhaus des Todes hinein, wo Blumen und Bäume wunderbar durcheinander wuchsen. Da standen feine Hyazinthen unter Glasglocken, und es standen baumstarke Pfingstrosen da. Es wuchsen Wasserpflanzen dort, einige ganz frisch, andere halbkrank. Wasserschlangen legten sich darauf, und schwarze Krebse kniffen sich im Stiele fest. Da standen herrliche Palmenbäume, Eichen und Platanen, da stand Petersilie und blühender Tymian. Jeder Baum und jede Blume hatte ihren Namen; jedes von ihnen war ja ein Menschenleben. Die Menschen lebten noch, einer in China, einer in Grönland, überall auf der Erde. Da gab es große Bäume in kleinen Töpfen, so daß sie ganz zusammengepreßt und nahe daran waren, den Topf zu zersprengen. An manchen Stellen gab es auch kleine, schwache Blümchen in fetter Erde, mit Moos ringsherum und gehegt und gepflegt. Die betrübte Mutter beugte sich über alle die kleinsten Pflanzen und horchte auf jeden Schlag ihres Menschenherzens, und unter Millionen erkannten sie den ihres Kindes.

“Das ist es!” rief sie und streckte ihre Hand über einen kleinen blauen Krokus aus, der ganz krank nach der einen Seite hing.

“Rühre die Blume nicht an” sagte die alte Frau. “Aber stelle Dich hierher, und wenn dann der Tod kommt, den ich jeden Augenblick erwarte, so laß ihn die Pflanze nicht herausreißen; drohe ihm, daß Du es mit den anderen Pflanzen ebenso machen würdest, dann wird er bange; denn er muß dem lieben Gott dafür Rechenschaft ablegen. Keine darf herausgerissen werden ohne seine Erlaubnis.”

Mit einem Male sauste es eiskalt durch den Saal, und die blinde Mutter merkte, daß es der Tod war, der kam.

“Wie hast Du den Weg hierher finden können?” fragte er. “Wie konntest Du schneller hierher kommen als ich?”

“Ich bin eine Mutter!” sagte sie.

Und der Tod streckte seine lange Hand aus nach der kleinen, feinen Blume; sie aber hielt ihre Hände so fest darum gelegt, so dicht und doch so besorgt, daß sie eins der Blättchen berühren könne. Da blies der Tod auf ihre Hände, und sie fühlte, daß dies kälter war als der kalte Wind, und ihre Hände fielen matt nieder.

“Du kannst gegen mich nichts ausrichten” sagte der Tod.

“Aber der liebe Gott kann es!” sagte sie.

“Ich tue nur nach seinem Willen!” sagte der Tod, “ich bin sein Gärtner. Ich nehme alle seine Blumen und Bäume und pflanze sie in den großen Paradiesgarten, in das unbekannte Land. Aber wie sie dort wachsen und wie es dort ist, darf ich Dir nicht sagen!”

“Gib mir mein Kind zurück!” sagte die Mutter und weinte und bat. Mit einem Male griff sie mit beiden Händen nach zwei anderen schönen Blumen und rief dem Tod zu: “Ich reiße alle Deine Blumen aus; denn ich bin in Verzweiflung!”

“Rühre sie nicht an!” sagte der Tod. “Du sagst, daß Du so unglücklich bist, und nun willst Du eine andere Mutter ebenso unglücklich machen – ?”

“Eine andere Mutter!” sagte die arme Frau und ließ beide Blumen fahren.

“Da hast Du Deine Augen,” sagte der Tod; “ich habe sie aus dem See gefischt, sie leuchteten so hell. Ich wußte nicht, daß es Deine waren. Nimm sie wieder. Sie sind jetzt klarer als früher. Sieh dann hinab in den tiefen Brunnen hier daneben. Ich werde Dir die Namen der beiden Blumen sagen, die Du ausreißen wolltest, und Du wirst ihre ganze Zukunft sehen, ihr ganzes Menschenleben, wirst sehen, was Du zerstören und vernichten wolltest!”

Und sie sah in den Brunnen hinab. Es war eine Glückseligkeit darin zu sehen, wie das eine Kind ein Segen für die ganze Welt wurde, und es war zu sehen, wieviel Glück und Freude es rings um sich verbreitete. Und sie sah des anderen Leben, und es war voller Sorge und Not, voller Kummer und Elend.

“Beides ist Gottes Wille!” sagte der Tod.

“Welches von ihnen ist die Blume des Unglücks, und welches die des Segens?” fragte sie.

“Das sage ich Dir nicht,” sprach der Tod. “Aber das sollst Du von mir erfahren, daß die eine Blume die Deines eigenen Kindes war, es war Deines Kindes Schicksal, was Du sahst, Deines eigenen Kindes Zukunft.”

Da schrie die Mutter vor Schrecken: “Welches von ihnen war mein Kind? Sage mir das! Rette das Unschuldige! Rette mein Kind vor all dem Elend. Trag es lieber fort! Trage es zu Gottes Reich. Vergiß meine Tränen, vergiß meine Bitten und alles, was ich gesagt oder getan habe.”

“Ich verstehe Dich nicht” sagte der Tod. “Willst Du Dein Kind zurückhaben, oder soll ich mit ihm dorthin gehen, wovon niemand weiß?”

Da rang die Mutter ihre Hände, fiel auf ihre Knie und bat den lieben Gott: “Erhöre mich nicht, wenn ich gegen Deinen Willen bitte, der der beste ist. Erhöre mich nicht! Erhöre mich nicht!”

Und sie neigte ihr Haupt auf ihre Brust.

Der Tod aber ging mit ihrem Kinde in das unbekannte Land.
_________________
Kaywan 22.06.05 11:21 uhr 2370gr. 45cm KU 30,5 in Kiel bisher 9 Ops ( 4 am Herzen) und 3 HK´s. Danke an das Kieler Team!
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Kaywan



Anmeldungsdatum: 26.05.2005
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BeitragVerfasst am: 18.02.2008, 21:48    Titel: Wenn Engel weinen Antworten mit Zitat

Hab ich bei Rehakids gefunden....Leider ist mir der Autor nicht bekannt...
Ich finde, dass diese Geschichte gut hier rein passt...



Es war einmal ein kleines Engelmädchen, das ganz traurig auf seinem Wölkchen saß und weinte - eine nach der anderen rutschte über die kleine süße Backe und tropfte auf Ihre Flügel. Da kam ein kleiner Engeljunge und legte beschützend seinen Flügel über sie und hauchte ihr ins Ohr: "Weine doch nicht, deine Flügel werden doch ganz nass!" Da schaute sie den kleinen Engeljungen mit ihren großen Augen an und sagte mit ihren süßen Lippen: "Ich fühle mich so allein. Ich will auch Liebe fühlen!"
"Liebe fühlen?" fragte der Engelsjunge, "was meinst du damit?”
"Ich habe gehört, dass es so unendlich schön sein soll, wenn man eine Mama findet und dann bei ihr wachsen darf. Ich will auch die Wärme spüren, ich will auch das Mutterherz klopfen hören! Warum muss ich noch so lange warten? Ich will auch eine Mama finden!"
Der Engelsjunge sagte: "Du bist vielleicht eine Süße, das ist doch nicht so einfach! Wir werden nur geboren, wenn wir auserwählt sind, um zu lernen auf der Erde oder um unserer zukünftigen Mama oder Familie zu helfen, den richtigen Weg zu finden oder gemeinsam den Weg zu gehen. Solange musst du warten, Gott entscheidet, ob du auf die Erde musst um zu lernen oder ob du deine Eltern hier im Paradies erst empfängst. Du suchst Dir deine Mama und deine Familie selber aus. Manche Engel suchen nur die Liebe, manche Engel haben schon soviel Liebe und wollen nur Liebe geben. Manche suchen Eltern, die eigentlich keine sind, da sie Probleme haben; jedoch wollen sie ihnen helfen. Manche suchen nur einen Platz zum wachsen, um bei anderen Eltern zu leben, da diese gesundheitlich nicht einen Wachstumsplatz geben können. Manche wissen genau, dass sie gar nicht angenommen werden, jedoch hoffen sie angenommen zu werden, denn sie können ersehen, dass die Mama versteckte Gefühle hat. Es ist sehr kompliziert, du kleines Engelmädchen..."

"Warum dürfen dann manche von uns nur für kurze Zeit zu ihren Mamas?" fragte das kleine Engelmädchen.
"Das sind die kleinen Engelchen, die es vor lauter Sehnsucht gar nicht mehr aushalten. Aber das ist falsch! Sie müssen warten, jedoch lieben sie ihre Mama so sehr und stibitzen sich zu ihnen, um ihre Mama zu fühlen."
"Aber sie müssen ja dann so schnell wiederkommen!" sagte die Kleine zu ihrem Engelsjungen.
"Ja, das ist das Problem. Weißt du, kleines Engelein, sie weinen so wie du jetzt, voller Sehnsucht nach ihrer Mama und dann wollen sie sofort zu Ihr - ohne Freigabe - das bedeutet sie bleiben nur begrenzt, jedoch denken sie, ich muss jetzt zu meiner Mama und fliegen los. Sie kommen wieder mit einem hübschen Namen und bepackt voller Liebe - jedoch die Sehnsucht bleibt. Daher sind sie sehr oft bei Ihren Familien um bei Ihnen zu sein, um Ihren Platz zu genießen den die Eltern ihnen geben. Sie merken dann, wie traurig alle sind und fühlen den Schmerz den sie verursacht haben. Sie streichen Ihrer Mama über die weinende Backe und jede Träne verzückt sie auch, doch war der Preis sehr hoch, so früh zu gehen. Sie trösten sich damit, dass sie sich wiedersehen und sie lernen mit der Zeit auch einige aus der Familie kennen wenn diese auch ins Paradies kommen.
Komm Kleine ich zeig Dir mal was!" Er nahm sie bei der Hand und sie gingen zu dem Schauraum.
"Wo sind wir hier?" fragte die Kleine.
"Das ist unser Fenster zur Welt, hier können wir alle Menschen dieser Erde sehen und die Mamas, die einen Platz Dir geben könnten, die haben einen gelben Stern über dem Kopf, "sagte der Engelsjunge. Beide schauten ganz fasziniert auf die Welt und das kleine Engelchen träumte mit Ihren schönen, noch tränenbefeuchteten Augen, von ihrer Mama.
Auf einmal sah sie eine Frau, die ganz verzweifelt an einem Bettchen stand und ihr Baby umarmte und bitterlich weinte.
"Warum weint sie? Hat sie Schmerzen?"
"Ach du kleines Engelchen," sagte der kleine Jungenengel. Das ist mein Freund - er heißt jetzt Marvin. Er saß hier so wie wir und hat sich seine Mama ausgesucht. Jedoch das Schicksal war, dass er nur 6 Monate alt werden durfte und nun ist die Zeit herum. Er... - er kommt wieder zu uns."
"Aber warum? Er hat es doch so hübsch gehabt?" sagte die Kleine.
"Ja weißt Du, Gott hat sich irgendetwas dabei gedacht, was vielleicht erst einmal traurig erscheint, jedoch eine Aufgabe für die Eltern ist. Manchmal lernen sie dadurch erst einmal was Liebe, Vermissen, Sehnsucht, Freude, Leid usw. bedeutet; manchmal lernen sie erst einmal das jeder Tag etwas besonderes ist oder sie gestalten ihr Leben neu. Wir verstehen es auch nicht so ganz, jedoch jeder Engel hat eine Aufgabe und Gott hat sich dabei etwas gedacht."
"Warst Du schon einmal auf der Erde? Oder warum bist du noch hier?" fragte die Kleine.
"Ich bin noch hier, da ich viel Kraft brauche für meine Mama, denn sie ist ein sehr trauriger Mensch, der viele Sachen macht, die falsch sind, und ich werde probieren ihr zu helfen, denn sie trinkt viel Alkohol und hat soviel trauriges erlebt. Ich will ihr helfen, dass sie ihr wahres "Ich" findet. Das ist sehr schwer, und da wir bei der Geburt unsere Engelzeit vergessen, so bleibe ich noch ein bisschen, damit meine Seele genügend Liebe empfängt von hier, damit ich genügend habe, um auf der Welt - auch wenn meine Mama sich nicht verändern kann, für später habe, um selbst einmal "Mein" Leben zu genießen und anderen ein guter Freund und Partner zu sein."
"Oh, was bist du für ein toller Engelsjunge. Das finde ich ja so toll, du bist so stark - ich aber nicht, das merke ich, ich hätte Angst." Traurig schaute sie zu Boden....
"Ach du Dummerlein... das ist doch nicht schlimm. Du musst nicht die Starke sein, wenn du merkst, dass du das nicht kannst. Du musst dir nur die Eltern dann suchen, wo du....... die Liebe fühlst..... die Sehnsucht..... nach Dir.....!"
"Hilfst Du mir?" fragte die Kleine und schaute sich um..... Hinter ihr standen unendlich viele Engelchen, die auch Eltern suchten..... die ihre Türen des Herzens für sie öffnen..... und auch viele starke Engelchens, die es sich zur Aufgabe machten, Eltern oder Mamas zu finden, denen sie helfen wollen ihren Alltag zu meistern, mit viel Liebe..... Auch, wenn es manchmal viele Schmerzen sein werden und die Seelen so manches mal bitter weinen.....
Das kleine Engelchen wollte unbedingt zu der Mama von Marvin, da Ihre Tränen ihr so ans Herz gingen..... Jedoch muss sie sich noch gedulden. Zwar steht die Türe offen, jedoch die Sehnsucht nach Marvin braucht noch Zeit und solange nimmt sie sich vor, Ihre Eltern von oben zu beobachten..... und das tut sie nun täglich..... Ab und zu mit Marvin, wenn er vorbeischaut, denn er ist auch sehr oft bei seinen Eltern. Jedoch wenn er bei Ihr ist, dann erzählt er Ihr von den schönen Erlebnissen dieser wunderschönen 6 Monate und der wunderschönen Zeit im Bauch. Jedoch ist er auch manchmal traurig, da er später nur ihr Schutzengel sein darf..... aber die Freude für seine Eltern über das kleine Mädchen, dass sie bekommen werden, ist auch für ihn wunderschön.....
Ja und der kleine Jungenengel, der beobachtet auch seine Mama und merkt, dass er langsam zu ihr gehen muss, da sie ganz vergisst was Lebensfreude heißt und wie wunderschön das Leben sein kann..... Aber er hat auch etwas Angst, Angst nicht Stark genug zu sein, denn die Aufgabe ist nicht leicht. Daher schaute er eines Abends ganz verträumt auf die Erde und auf einmal sagte jemand zu ihm...

Keines meiner Engel wird von mir vergessen werden. Ich werde wachen über Dich, nur bedenke! Du wirst auch Deine Zeit haben, eine freie Zeit ohne Eltern, dann kannst Du Dein und das Leben anderer verändern, mit Liebe und Zuneigung, mit Hoffnung und Nächstenliebe. Vergessen wirst Du niemals, mein kleiner Engel! Jedoch kannst Du Dein Leid teilen, mit anderen, um anderen zu helfen. Es wird schwer, mein geliebter Engel, aber ich werde bei Dir sein..........
_________________
Kaywan 22.06.05 11:21 uhr 2370gr. 45cm KU 30,5 in Kiel bisher 9 Ops ( 4 am Herzen) und 3 HK´s. Danke an das Kieler Team!
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Kaywan



Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 6446
Wohnort: Kassel

BeitragVerfasst am: 18.02.2008, 21:52    Titel: Gedichte / Sprüche... Antworten mit Zitat

Manchmal stehe ich hier an deinem Grab, kann es immer noch nicht fassen.
Ich sage ganz leise, dass ich Dich mag, warum hast du mich nur verlassen?
Doch du, du wolltest ja nicht gehen, es lag nicht in deiner Macht.
Wir haben dich alle kämpfen gesehen, doch hat es nichts gebracht.
Die Krankheit war ganz einfach zu schwer, du hast dein Letztes gegeben.
Doch irgendwann, da ging es nicht mehr, sie beendete zu früh dein kleines Leben.







Mein kleiner Sonnenschein,
Ich fühle mich traurig und allein
würde gerne bei Dir sein.
In Deinem Land wo Du jetzt bist,
möchte wissen wie es dort ist.
Ist es dort schön und siehst Du mich?
Denkst Du genau wie ich an Dich?
Hin und wieder an schweren Tagen,
Stelle ich mir immer die gleichen Fragen.
Wieso? Weshalb? Warum?
War Deine Zeit so schnell wieder um?
Warum bist Du nicht hier?
Ganz nah bei mir?
In traurigen Zeiten,
Tust Du mich geleiten.
Ganz tief in mir,
Da hab' ich das Gespür,
Du bist da und mir so unheimlich nah!
Ja, dass bist Du
Und ich gebe zu
Viel an Dich zu Denken
Keine Minute zu verschenken.
Denn jeder Gedanke an Dich ist kostbar
Und irgendwie wunderbar.
Dein Körper schreitet nicht neben mir,
Dennoch bist Du immer hier.
Für mich, mein Sonnenschein wirst Du leben alle Zeit,
Bis in die weite Unendlichkeit !
Warum ich das schrieb?
Ich hab' Dich unheimlich lieb!
_________________
Kaywan 22.06.05 11:21 uhr 2370gr. 45cm KU 30,5 in Kiel bisher 9 Ops ( 4 am Herzen) und 3 HK´s. Danke an das Kieler Team!
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Kaywan



Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 6446
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BeitragVerfasst am: 18.02.2008, 21:56    Titel: Der kurze Besuch eines Engels Antworten mit Zitat

Der kurze Besuch eines Engels
(aus "Da war es auf einmal so still" von Lind von Keyerslingk)

Es war Abend. Nanina saß in ihrem Bett und sah sich ein Märchenbuch an. Das Bett war ein Klappsofa und gehörte Oma. Nanina war vier Wochen lang bei ihr zu Besuch. Eben kam Oma hinein und brachte einen Schlaftrunk, einen Verveine-Tee. Nanina nahm den Becher und sagte: "Jetzt kommt Mama bald und holt mich ab." "Woher weißt du das Denn? Sie hat doch gar nicht angerufen." Nanina verstand nicht warum Oma so komisch fragte. "Ich weiß es eben", sagte sie und schien eifrig das Märchenbuch zu betrachten.

Oma hatte ein feines Gespür für das was wichtig war, "Ich möchte dir gerne eine Geschichte erzählen", sagte sie. Nanina sah ins Märchenbuch.

"Es war einmal ein Engel", begann Oma, "der wollte gerne ein Mensch werden. Aber er wollte auch wieder nicht. Er wollte so gerne zu guten Menschen auf der Erde. Aber er wollte nicht den Krieg und all das Kaputte. Das gefiel ihm nicht so. Darum wollte er nicht. Dann wollte er wieder. Dann wieder nicht. Er konnte sich einfach nicht entscheiden." "Da ging es ihm ja wie mir auch manchmal, wenn ich nicht weiß was ich machen soll", sagte Nanina.

"Der Engel fragte andere Engel, was er machen solle. "Geh mal zu Besuch. Dann wirst du schon sehen", sagten die. Als der nächste Regenbogen kam, ging also der Engel darauf zur Erde. Er ging zu Mama, weil die so nett ist. Es dauerte eine Weile. Es ist nämlich nicht leicht ein Mensch zu werden. Als er Dann endlich ein Mensch war, gefiel es ihm nicht. Er merkte, dass er kein richtiger Mensch werden konnte." "Das ist doch aber schade", sagte Nanina. "Und Mama?" "Mama gefiel er. Sie wollte ihn behalten, Denn er sah so niedlich aus. Wie ein Engelchen eben. Sie hatte ganz vergessen, dass Besuch
Nie bleibt. Jeder weiß doch, dass Besuch kommt, mal länger bleibt und Dann wieder geht. Der Engel blieb eine Weile, und Dann ging er wieder. Da haben Mama und Papa geweint. Der kleine Engel sagte: "Weint doch nicht. Wenn ihr so viel weint, Dann kann ich nicht mehr fliegen. Dann sind meine Flügel zu schwer." Aber Mama und Papa mussten trotzdem weinen. Und damit du nicht auch weinst, Darum bist du hier bei mir, damit ich dir alles erklären kann."

Nanina rührte in ihrem Tee. "Haben sie Denn jetzt aufgehört zu weinen?" fragte sie Dann, und ihre Stimme war ganz klein. "Ja", sagte Oma. "Jetzt haben sie verstanden, dass sie für kurze Zeit einen Engel zu Besuch hatten."

Nanina war ganz still geworden. Sie wunderte sich woher Oma das alles wusste. "Bin ich Denn kein Engel gewesen?" fragte sie. "Nein", sagte Oma mit ihrer warmen Stimme. "Du bist doch ein Menschenkind. Du gehörst auf die Erde. Aber Engel, weißt du die kommen und gehen. Sie kommen oft, aber sie können nicht auf der Erde wohnen."

"Ich bin froh, dass du mir alles erzählt hast", sagte Nanina. Oma wusste nicht so ganz was sie davon halten sollte. Sie nahm Nanina den Becher ab und legte das Märchenbuch auf den Tisch. Aber gerade, als sie Nanina noch einmal in den Schoß nehmen wollte, hatte sie sich schon in ihr Kissen gekuschelt und war zufrieden eingeschlafen.

Oma schrieb die Engelgeschichte auf. Als Mama am nächsten Tag kam, um Nanina abzuholen, gab Oma Ihr die Geschichte mit. Das war für Mama und Papa ein großer Trost, Denn nun musste sie nicht verstummen und nichts verheimlichen, sondern fanden Worte, um auch mit Nanina über alles reden zu können, was sie bewegte.

Der kurze Besuch eines Engels
(aus "Da war es auf einmal so still" von Lind von Keyerslingk)
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Kaywan



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Wohnort: Kassel

BeitragVerfasst am: 18.02.2008, 21:58    Titel: Unser Kind Antworten mit Zitat

Unser Kind

Unser Kind hat die Erde verlassen,
Wir können es immer noch nicht fassen.
Werden wir es je verstehen,
Und uns einmal wieder sehen?
Unvorstellbar ist Dieses furchtbare Leid.
Man ist verwundet bis in alle Ewigkeit.
Nicht alle Wunden heilt die Zeit,
Eine Narbe stets davon übrig bleibt.
Nur liebe Menschen, die nah uns sind,
Verstehen die Trauer um unser geliebtes Kind.




Am Ende meiner Sehnsucht
Bist immer nur du.
Ich hör deine Stimme
Und find’ doch keine Ruh.

Ich spüre deine Nähe
Und bin doch allein.
Und immer die Frage:
Wo magst du jetzt sein?

Ich fühle deine Wärme
Und doch ist mir kalt.
Ich vermisse dich so sehr,
Du warst doch mein Halt.

Der Duft deiner Haare
erfüllt noch immer den Raum.
Ich suche dich überall
Und es bleibt doch nur ein Traum.

Ich vermisse dein Lachen und deine Zärtlichkeit,
Ich kann das alles nicht verstehen.
Wenn es auch schwer fällt,
Ich muss meinen Weg nun ohne dich gehen.

Du warst meine Sonne,
Du warst mein Licht.
Nun bleibt es stets dunkel
Und hell wird es wohl nicht.

Die Tränen rollen über mein Gesicht,
Und sie wollen nicht enden.
Ich wünsche mir so sehr
Es würde sich alles zum Guten wenden.

Doch am Ende meiner Sehnsucht
Gehen wir Hand in Hand, wir zwei,
Durch deine schönere Welt,
Und dieser Traum geht nie vorbei.


Autor leider nicht bekannt
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ClaudiaP



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BeitragVerfasst am: 19.02.2008, 13:41    Titel: Das Märchen von der traurigen Traurigkeit Antworten mit Zitat

Hallo!

Diese Geschichte wurde im Dezember bei der Gedenkandacht für alle verstorbenen Herzchen in unserem Herzzentrum von einer Schwester vorgelesen und hat Andreas und mich sehr berührt.

LG Claudia mit Felicitas im Herzen


Das Märchen von der traurgen Traurigkeit

Es war eine kleine Frau, die einen staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens.

Bei einer zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter.
Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, welches da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen. Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: "Wer bist du?" Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. "Ich? Ich bin die Traurigkeit." flüsterte die Stimme stockend und so leise, dass sie kaum zu hören war.

"Ach, die Traurigkeit!" rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüßen. "Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit etwas mißtrauisch. "Natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast du mich ein Stück des Weges begleitet." "Ja aber..." argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?"
"Warum sollte ich vor dir davon laufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtigen einholst. Aber was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?"

"Ich bin traurig." antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme.
Die kleine alte Frau setzte sich zu ihr. "Traurig bist du also." sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. "Erzähl mir doch was dich bedrückt."
Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht. "Ach weißt du" begann sie zögernd, "es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest."

Die Traurigkeit schluckte schwer. "Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen : "Papperlapapp, das Leben ist heiter." Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfe und Atemnot. Sie sagen: "Gelobt sei, was hart macht." Und dann bekommen sie Herzschmerzen.
Sie sagen: "Man muss sich nur zusammenreißen." Und sie spüren das "Reißen" in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: "Nur Schwächlinge weinen." Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber, sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen."

"Oh ja" bestätigte die alte Frau, "solche Menschen sind mir schon oft begegnet." Die Traurigkeit sank noch ein wenig in sich zusammen. "Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen."

Die Traurigkeit schwieg. Ihr weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt. Die kleine alte Frau nahm die zusammen gesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel.
"Weine nur, Traurigkeit" flüsterte sie liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt."

Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin. "Aber...aber wer bist du eigentlich?"

"Ich?" sagte die kleine alte Frau schmunzelnd; und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen.

"ICH BIN DIE HOFFNUNG!"

von Inge Wuthe (Diese Geschichte darf frei kopiert werden und weit rumkommen (Erlaubnis der Autorin), erschienen im Lucy Körner-Verlag)
_________________
Felicitas *01.09.2004 - +02.04.2007 (Herzversagen während der Behandlung einer Lungenentzündung auf der ITS)
Norwood I am 08.09.04 und Norwood II am 22.02.05 in Duisburg, sowie Ptosis-OP am 27.11.06 in Trier
Kieran *07.12.2007 kerngesund
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Kaywan



Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 6446
Wohnort: Kassel

BeitragVerfasst am: 08.03.2008, 17:42    Titel: noch eins gefunden... Antworten mit Zitat

Weißt du, warum ich weine ...

Weißt du, warum ich weine?
Ich habe mein Kind verloren.
Ein Kind verliert sein Leben -
etwas Schlimmeres kann es nicht geben.

Ich wünsche so etwas Keinem.
Das ist, als wenn ein Dorn,
direkt das Herz durchbohrt.
Es ist so furchtbar hart.

Du sagst, es wird schon werden,
das kann ich nicht mehr hören.
Du hast das nicht erlebt,
wenn die Erde um dich bebt.

Wenn die Welt um dich versinkt,
wenn die Sterbeglocke klingt.
Wenn die Angst dich überlistet,
wenn du kaum noch weißt, wo du bist.

Man merkt es mir zwar nicht an
und trotzdem ist es so.
Dass ich das nicht verwinde,
es war und bleibt mein Kind!

Du ahnst nichts von meinem Leid,
dabei hilft auch nicht die Zeit.
Man sagt, sie heilt alle Wunden -
Warum werde ich so geschunden?

Die Seelenschmerzen bleiben,
die kannst du nicht vertreiben.
Die sind fast wie so Gespenster,
wie Schatten vor einem Fenster.

Jetzt weißt du, warum ich weine.
Ich habe mein Kind verloren ...
(von Dieter Walter)
_________________
Kaywan 22.06.05 11:21 uhr 2370gr. 45cm KU 30,5 in Kiel bisher 9 Ops ( 4 am Herzen) und 3 HK´s. Danke an das Kieler Team!
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noel



Anmeldungsdatum: 06.08.2007
Beiträge: 114
Wohnort: Plauen

BeitragVerfasst am: 09.03.2008, 11:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Alex,

ein sehr schönes Gedicht. Es spiegelt viel von dem was man fühlt wieder.
Danke dafür

schönen Sonntag noch

Nicole
_________________
Leon *16.12.2003
Laura-Celine * 03.01.2009
Mia-Sophie *06.11.2007 Norwood 1 am 19.11.07 und zu den Sternchen gegangen am 07.12.2007 jedoch für immer im Herzen bei uns.
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janna



Anmeldungsdatum: 24.08.2004
Beiträge: 89
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BeitragVerfasst am: 31.03.2008, 20:07    Titel: Antworten mit Zitat

Habe ich gefunden...


~ ~ Sternenkindertraumland ~ ~

Die Sternenkinder waren heute ein wenig traurig. Da hatten sie so lange darum gebeten einmal einen kurzen Blick auf die Erde werfen zu dürfen und als es Ihnen gewährt wurde konnten sie die von ihnen so sehr geliebten Gesichter ihrer Erdeneltern in solcher Trauer sehen, dass es ihnen ganz schwer um die kleinen Herzen wurde. "Was sollen wir nur machen?" fragte ein kleiner bezaubernder Junge in die Runde! Alle hatten sich unter einen großen, bunt blühenden Schmetterlingsbaum gesetzt und überlegten. "Wir müssen Ihnen irgendwie sagen wie lieb wir sie haben und dass wir sie fest in unseren Herzen tragen" flüsterte ein Mädchen mit einer Stimme wie helles Glockenläuten "und das wir wissen das sie uns immer lieben!". "Aber wie?" fragten sie sich alle "Sie denken so fest an uns und sind mit Ihren Gedanken immer bei uns, aber diese Gedanken und die Trauer nehmen Sie völlig ein so dass kein Platz bleibt unsere Gedanken- und Traumworte zu verstehen." Ein Mädchen, schön wie eine kleine Elfe weinte ein bisschen. "Ich habe meine Mami und meinen Papi doch so lieb und ich möchte so gerne, dass sie wissen das es mir gut geht hier bei euch - meinen Sternengeschwistern - in unserem Sternentraumland." Sie blickte sich um und sagte "Wenn Sie nur sehen könnten wie schön es hier ist! Wenn Sie nur wissen könnten, dass jede Träne die sie um uns weinen eine der wunderschönen, roten Rosen hier wachsen lässt." Die Kleine streichelte liebevoll eine der satten, vollen Rosenblüten "Wenn wir ihnen nur sagen könnten, dass jeder Traum den sie von uns Träumen einen neuen, glitzernden, warmen See entstehen lässt der aussieht wie der reinste Edelstein! Das jeder Gedanke den Sie an uns richten die Sonne ein klein bisschen heller und wärmer scheinen lässt und einen Sonnenstrahl gebärt!" Sie seufzte "das würde ich mir wünschen!" " Doch wie sollen wir es Ihnen sagen" rief ein Junge. Doch dann lächelte er "Ich weiß wie!" und alle rutschten ein klein wenig näher zusammen und er erzählte ihnen von seinem Plan: "Wir müssen jemanden finden der ein offenes Herz für uns hat und der an uns glaubt. Jemanden der uns lieben könnte, obwohl er uns nicht kennt! Dieser Jemand darf aber die schlimme Erfahrung die unsere geliebten Erdeneltern machen mussten, nicht erlebt haben denn sonst überwiegt wieder die Trauer und wir werden nicht gehört! Das ist mein Plan!" Er blickte beifallsuchend in die Runde der Sternenkinder, aber der gewünschte Applaus blieb leider aus. " Das wird aber soooo schwierig!" "Wo sollen wir einen solchen Menschen finden?" "Viele auf der Erde denken doch sogar wir wären noch nicht mal richtige Kinder!" " Die meisten verschließen sich vor den Gedanken an uns und würden am liebsten leugnen dass so etwas sein kann!" "So jemanden finden wir nie!" Alle riefen durcheinander und es war ihnen anzusehen, dass sie nicht ganz an das Gelingen des Plans glaubten! Ein Junge der schon etwas größer war als die anderen und mit seinen himmelblauen Augen, den Sommersprossen auf der Nase und den kreuz und quer verwuschelten Haaren aussah wie der liebste Spitzbub den man sich vorstellen kann rief "Lasst es uns doch wenigstens versuchen! Wir sind doch nicht so wie die vielen Erdenmenschen die an nichts mehr glauben! Wir glauben doch an unsere lieben Eltern! Ich bin sicher wir werden jemanden finden! Ganz bestimmt!" Auch das elfengleiche Mädchen wischte sich die Sternschnuppentränchen aus den Augen und rief "Ja... lasst es uns versuchen!"

Die Sternenkinder flogen mit den großen, bunten Schmetterlingen zu ihren Sternen und schickten sich an die Menschen zu beobachten um jemanden zu finden der auf sie hören würde und ihren Eltern eine Botschaft von ihnen überbringen könnte! Sehr lange saßen sie auf ihren Aussichtsplätzen und beobachteten die Welt! Was sie sahen machte sie mehr als einmal mutlos! "Es scheint als wäre die Erde von ignoranten, gefühllosen Menschen ohne jegliches Gespür bevölkert" dachte sich der süße Spitzbub der die Idee verteidigt hatte "vielleicht hatten die anderen doch recht?" seufzte er. "Aber es muss doch noch einen Menschen geben der außer unseren Eltern, Omis und Opis und Geschwistern an uns denkt" Sein Blick folgte einem Sonnenstrahl bis er auf der Erde auftraf und sein Herz hüpfte vor Freude! Der Sonnenstrahl fiel direkt durch ein Bürofenster und an einem Schreibtisch sah er eine junge Frau an ihrem Computer sitzen. Der Junge fühlte sich sofort zu ihr hingezogen, wollte sie aber noch eine Weile beobachten, bevor er es den anderen sagen wollte um sicher zu gehen, dass sein Gefühl richtig war. Die Frau schaute mit tränenblindem Blick auf den Monitor und der Junge rutschte auf dem fünften Zacken seines Sterns ganz nach vorne um sehen zu können was die Frau so traurig machte. Was er sah ließ ihn erschauern, die Frau schaute sich ein Bild eines Babys an! Und - das war unglaublich - das Baby war er! Die Frau schaute sich gerade seine Homepage an, die die Erdeneltern des Jungen liebevoll für ihn angefertigt hatten. Er sah wie sie immer noch weinte und mit dem Zeigefinger vorsichtig über sein Bild am Monitor strich, er konnte ihre Berührung spüren wie sie ihm leicht an der Nase stupste und sein Gesicht streichelte. Er merkte, dass die fremde Frau ihm ganz nahe war. " Das ist sie!" jubelte er "Ich habe sie gefunden! Sie ist genau die Richtige!" Aufgeregt schickte er seinen Sternenschmetterling zu all den kleinen leuchtenden Sternchen um die anderen Kinder zu benachrichtigen und so trafen sie sich kurz darauf wieder unter dem großen Schmetterlingsbaum, der niemals seine Blüten verlor und der Junge erzählte den Sternenkindern von der Frau und dass er ganz deutlich spüren konnte dass sie liebevoll an ihn und alle Sternenkinder dachte, obwohl sie sie nicht kannte! " Das ist ja wundervoll! Sie muss es sein" rief ein Mädchen und lachte ein glockenhelles Lachen, so glücklich war sie! Plötzlich war alles ganz einfach und jeder wusste was er zu tun hatte! Sie setzten sich alle im Kreis und fassten sich an den Händen! Da lagen kleine in großen Händen, weiße Hände in schwarzen und Mädchenhände in denen der Jungen! Ein Gefühl der Ruhe und der großen Freude durchdrang sie als sie die Augen schlossen und alle ihre Gedanken, ihre Träume und ihre Worte an die geliebten Eltern an die fremde Frau schickten!

Ich saß gestern nach einem Tag voller Gedanken an die Sternenkinder zu Hause und beobachtete meine Sternenkinderkerze die ich gerade in liebevollem Gedenken an Kinder die ich nicht kannte angezündet hatte. Plötzlich überkam mich ein Gefühl der Leichtigkeit und des Glücks. Ich schloss die Augen und überließ mich diesem Gefühl völlig und wünschte das es nie aufhören möge! Ich hörte Kinderstimmen rein und klar wie ein Bergsee, ich hörte Kinderlachen das glockenhell in meine Seele drang und ich hörte zu! Lange hörte ich zu und heute schreibe ich die Geschichte auf! Liebe Sternenkindereltern, Eure Kinder sind immer in und um Euch und sie lieben Euch von ganzem Herzen! Sie spielen auf blühenden, bunten Wiesen fangen! Die schwimmen in silbernen Seen und essen die süßesten Früchte! Sie haben den Regenbogen für Ihre Rutschpartien und sie jagen den Sonnenstrahlen nach! Jede Eurer Tränen lässt eine rote Rose erblühen die Eure Kinder mit ihrer Schönheit und ihrem Duft erfreut! Jeder Traum den Ihr von Euren Kindern träumt erschafft einen klaren, im Sonnenlicht funkelnde See in dem Eure Kinder die Füße baumeln lassen und Papierschiffe segeln lassen! Jeder Eurer Gedanken an sie lässt die Sonne für Eure Kinder noch ein wenig wärmer und goldener scheinen und neue Sonnenstrahlen entstehen die sie an den Näschen kitzeln! Die Luft die eure Kinder atmen ist erfüllt von Ihrem glücklichen Lachen! Große, bunte Schmetterlinge sind Ihre Gefährten und tragen sie jubelnd durch die Lüfte! Sie schlafen auf Ihren Sternchen und lassen sich von dem warmen Licht einhüllen und eure Träume sind ihr Schlaflied!

Eure Sternenkinder sind im Sternenkindertraumland und lieben Euch von ganzem Herzen!


_________________
Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht uns aus

Liebe Grüße, Cathrin mit
Lennart (*29.09.2004) kerngesund
Janna (10.10.2007 - 03.01.2008) http://jannaboucsein.de
und Henrik (*10.03.2010) kerngesund
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Killianpubs



Anmeldungsdatum: 03.11.2005
Beiträge: 149
Wohnort: Flensburg

BeitragVerfasst am: 18.05.2008, 22:46    Titel: Der Schutzengel Antworten mit Zitat

Mein Schutzengel

In der Nacht wenn sanft die Träume
stille auf die Reise geh´n
Hoch am Himmel tausend Sterne
funkeln´d auf die Erde sehn.

Silberhelle Mondesstrahlen
Licht und Schatten stumm entsteht,
Windeshauch wie warmer Atem
lächelnt um die Häuser weht.

Engel breiten ihre Flügel
schützend über unsre Welt,
jedes Kind das leise weinend
zärtlich er im Arme hält.

Wiegt er sanft und voller Liebe
tröstend in den schönsten Traum,
um dann wieder sacht zu schweben
ewig über Zeit und Raum.

Schliess die Augen schlafe seelig
denn dein Engel ist bei Dir,
schützt dich still vor allem Bösen
Heute - Morgen, jetzt und hier.

_________________
* 05.09.2005 geboren
- 22.09.2005 Norwood 1
- 10.10.2005 Aortenerweiterung
- 15.11.2005 Hemifontan
- 11.01.2008 Fontankompletierung
- 28.10.2009 Fensterschluß
Amplatzer Occluder
6 Herzkatheter
Danke an die Ärzte und Pflegepersonal
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Ralf&Marion



Anmeldungsdatum: 28.11.2007
Beiträge: 16
Wohnort: Weinheim

BeitragVerfasst am: 20.05.2008, 18:48    Titel: Engel Antworten mit Zitat

Diese Geschichte habe ich im Inernet gefunden .Sie ist traurig und kraftspendend zugleich

Der Engel

Jedesmal, wenn ein gutes Kind stirbt, kommt ein

Engel Gottes zur Erde hernieder, nimmt das

tote Kind auf seine Arme, breitet die großen,

weißen Flügel aus und pflückt eine ganze

Handvoll Blumen, die er zu Gott hinaufbringt,

damit sie dort noch schöner als auf der Erde

blühen. Gott drückt sie dort an sein Herz,

aber der Blume, die ihm die liebste ist, gibt er einen

Kuß, und dann bekommt sie Stimme und

kann in der großen Glückseligkeit mitsingen.

Sieh, alles dieses erzählte ein Engel Gottes,

während er ein totes Kind zum Himmel forttrug,

und das Kind hörte wie im Traume; sie flogen über die

Stätten in der Heimat, wo das Kleine

gespielt hatte, und kamen durch Gärten mit herrlichen Blumen.

"Welche wollen wir nun mitnehmen und in den Himmel

pflanzen?" fragte der Engel.

Da stand ein schlanker, herrlicher Rosenstock, aber eine böse

Hand hatte den Stamm abgebrochen, so dass alle Zweige,

voll von großen, halb aufgebrochenen Knospen, vertrocknet

rundherum hingen. "Der arme Rosenstock!" sagte das

Kind. "Nimm ihn, damit er oben bei

Gott zum Blühen kommen kann!"

Und der Engel nahm ihn, küßte das Kind dafür, und das

Kleine öffnete seine Augen zurHälfte.

Sie pflückten von den reichen Prachtblumen,

nahmen aber auch die verachtete

Butterblume und das wilde Stiefmütterchen.

"Nun haben wir Blumen!" sagte das Kind, und der

Engel nickte, aber er flog noch nicht zu

Gott empor. Es war Nacht und ganz still; sie blieben in

der großen Stadt und schwebten in einer der schmalen Gassen

umher, wo Haufen Stroh und Asche lagen;

es war Umzug gewesen. Da lagen Scherben von Tellern,

Gipsstücke, Lumpen und alte Hutköpfe, was alles

nicht gut aussah. Der Engel zeigte in allen diesen

Wirrwarr hinunter auf einige Scherben eines

Blumentopfes und auf einen Klumpen Erde,

der da heraus gefallen war. Von den Wurzeln

einer großen vertrockneten Feldblume, die nichts taugte

und die man deshalb auf die Gasse

geworfen hatte, wurde er zusammengehalten.

"Diese nehmen wir mit!" sagte der Engel.

"Ich werde dir erzählen, während wir fliegen!"

Sie flogen, und der Engel erzählte:

"Dort unten in der schmalen Gasse, in dem niedrigen

Keller, wohnte ein armer, kranker Knabe.

Von seiner Geburt an war er immer bettlägerig gewesen;

wenn es ihm am besten ging, konnte er auf Krücken die

kleine Stube ein paarmal auf und nieder gehen,

das war alles. An einigen Tagen im Sommer fielen die

Sonnenstrahlen während einer halben Stunde bis in den

Keller hinab, und wenn der Knabe dasaß und sich von

der warmen Sonne bescheinen ließ und

das rote Blut durch seine feinen Finger sah,

die er vor das Gesicht hielt, dann hieß es:

'Heute ist er aus gewesen!' Er kannte den Wald in

seinem herrlichen Frühjahrsgrün nur dadurch, dass

ihm des Nachbars Sohn den ersten Buchenzweig brachte,

den hielt er über seinem Haupte

und träumte dann unter Buchen zu sein, wo die

Sonne scheint und die Vögel singen. An einem

Frühlingstage brachte ihm des Nachbars Knabe auch

Feldblumen, und unter diesen war

zufällig eine Wurzel, deshalb wurde sie in einen

Blumentopf gepflanzt und am Bette neben das

Fenster gestellt. Die Blume war mit einer glücklichen

Hand gepflanzt, sie wuchs, trieb neue

Zweige und trug jedes Jahr ihre Blumen;

sie wurde des kranken Knaben herrlichster

Blumengarten, sein kleiner Schatz hier auf Erden;

er begoss und pflegte sie und sorgte dafür,

daß sie jeden Sonnenstrahl, bis zum letzten, der durch das

niedrige Fenster hinunterglitt, erhielt; die Blume selbst

verwuchs mit seinen Tränen, denn für ihn blühte sie,

verbreitete sie ihren Duft und erfreute das Auge;

gegen sie wendete er sich im Tode, da der Herr ihn rief.

Ein Jahr ist er nun bei Gott gewesen, ein Jahr hat die

Blume vergessen im Fenster gestanden und

ist verdorrt und wurde deshalb beim Umziehen hinaus auf die

Straße geworfen. Und dies ist die Blume, die vertrocknete

Blume, die wir mit in unsern Blumenstrauß genommen

haben, denn diese Blume hat mehr erfreut als die reichste

Blume im Garten einer Königin!"

"Aber woher weißt du das alles?" fragte das Kind,

das der Engel gen Himmel trug.

"Ich weiß es", sagte der Engel, "denn ich war selbst der

kleine, kranke Knabe, der auf Krücken ging;

meine Blume kenne ich wohl!"

Das Kind öffnete seine Augen ganz und sah in des

Engels herrliches, frohes Antlitz hinein, und

im selben Augenblick befanden sie sich in Gottes Himmel,

wo Freude und Glückseligkeit

waren. Gott drückte das tote Kind an sein Herz,

und da bekam es Schwingen wie der andere

Engel und flog Hand in Hand mit ihm.

Gott drückte alle Blumen an sein Herz, aber die arme

verdorrte Feldblume küßte er, und sie erhielt Stimme und

sang mit allen Engeln, welche Gott umschwebten,

einige ganz nahe, andere um diese herum in großen

Kreisen und immer weiter fort in das Unendliche,

aber alle gleich glücklich. Und alle sangen sie,

klein und groß, samt dem guten, gesegneten Kinde und

der armen Feldblume, die verdorrt dagelegen hatte,

hingeworfen in den Kehricht des Umziehtages,

in der schmalen, dunklen Gasse.

Hans Christian Andersen
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Kaywan



Anmeldungsdatum: 26.05.2005
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Wohnort: Kassel

BeitragVerfasst am: 13.06.2009, 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

....irgendwann mal im Netz gefunden...gespeichert & heute wieder "raus gekramt"...

Tausend Worte können dich nicht wieder bringen Ich weiß das, weil ich´s versucht habe!Auch tausend Tränen können dich nicht wieder bringenI ch weiß das, weil ich sie geweint habe!Auch tausend Gebete können dich nicht wieder bringen Ich weiß das, weil ich sie gebetet habe!Zurück gelassen hast du schöne Erinnerungen!Aber ich wollte keine Erinnerungen...Ich wollte nur dass Du bei uns bleibst....
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Kaywan 22.06.05 11:21 uhr 2370gr. 45cm KU 30,5 in Kiel bisher 9 Ops ( 4 am Herzen) und 3 HK´s. Danke an das Kieler Team!
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Kaywan



Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 6446
Wohnort: Kassel

BeitragVerfasst am: 07.07.2009, 22:10    Titel: Antworten mit Zitat

Im Netz gefunden....
Kleines Seelchen in der Nacht, hast mir so viel Glück gebracht; musstest gehen, bist nun fort, weit an einem schönen Ort; Regenbogen, Wasserfall, grüne Wiesen überall; spielen, toben, frohes Treiben hier willst du ganz sicher bleiben. Kleines Seelchen warte dort, wart auf mich an diesem Ort. Eines Tages,du wirst sehen, werden wir uns wiedersehen
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Kaywan 22.06.05 11:21 uhr 2370gr. 45cm KU 30,5 in Kiel bisher 9 Ops ( 4 am Herzen) und 3 HK´s. Danke an das Kieler Team!
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ClaudiaP



Anmeldungsdatum: 22.11.2005
Beiträge: 1519
Wohnort: Duisburg

BeitragVerfasst am: 24.11.2009, 13:19    Titel: Willkommen in Holland von Emily Perl Kingsley Antworten mit Zitat

Willkommen in Holland von Emily Perl Kingsley

Ich werde oft gefragt, zu erklären, wie man sich fühlt, ein Kind aufzuziehen, das eine Behinderung hat. Um Leuten das Gefühl dieser einzigartigen Beziehung zu erklären, benutze ich gerne eine Parabel. Es ist so:

Wenn man ein Baby bekommt, ist es so, als ob man sich auf eine fantastische Reise begibt: nach Italien. Man kauft eine Menge an Touristenführern und macht wundervolle Pläne. Das Kolosseum. Den Michelangelo-David. Die Gondeln in Venedig. Man lernt bestimmt auch ein paar Wörter auf italienisch. Kurz: es ist eine sehr schöne Zeit. Nach einigen Monaten der schönen Vorbereitung ist endlich der große Tag da. Du packst deine Koffer. Einige Stunden später, das Flugzeug landet. Die Stewardess kommt und sagt:"Willkommen in Holland."

"Holland ?!?!"sagst du. "Was meinen Sie ? Ich habe doch einen Urlaub nach Italien gebucht ! Ich soll doch in Italien sein. Mein ganzes Leben habe ich davon geträumt, nach Italien zu fliegen." Aber da war eine Flugplanänderung. Der Flieger ist in Holland gelandet und du musst da bleiben. Das Wichtigste ist, dass du nicht in einem dreckigen, seuchenverpesteten Land gelandet bist. Es ist nur anders !

Also, jetzt fängst du wieder an und kaufst neue Touristenführer. Du musst jetzt eine völlig neue Sprache lernen. Und du wirst eine total neue Gruppe von Menschen treffen, die du vielleicht niemals kennen gelernt hättest, wenn die Dinge anders wären. Es ist nur ein anderer Ort. Es ist langsamer als Italien, vielleicht nicht so viel Glamour. Aber wenn du eine Zeit lang dort bist, merkst du schnell, dass es auch seine Vorteile hat. Du fängst an, um dich zu schauen: Holland hat wunderschöne Windmühlen, Holland hat Tulpen. Holland hat sogar Rembrandt.

Aber jeder, den du kennst, ist zu beschäftigt, die Schönheit Hollands zu erkennen, denn alle sind auf dem Weg nach Italien. Alle erzählen wie toll es doch in Italien ist und was für eine tolle Zeit der Urlaub doch war. Und für den Rest deines Lebens wirst du dir sagen: "Ja, das ist der Urlaub, den ich geplant hatte ! (Italien) Da wollte ich auch hin !!"

Und das Gefühl verletzt zu sein, einen Traum verloren zu haben, wird nie verschwinden. Denn ein großer Traum ist nicht wahr geworden, ein großer Verlust !

Aber wenn du immer und immer wieder den Verlust deines Italienurlaubs beweinst, wirst du niemals die Schönheit Hollands und dessen spezielle Sehenswürdigkeiten sehen, kennen und lieben lernen. Denn Holland ist genauso wie Italien eine Erfahrung für sich und den Betrachter.
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